Pornoproduzent wurde von der Natur gekündigt
Es ist ganz gut, dass die meisten Menschen häufig vergessen, dass sie nicht ewig leben werden. Andernfalls wäre der Schaden für Wirtschaft und Erben nicht unerheblich. Wer würde im klaren Bewusstsein sterblich zu sein mit Fünfundsechzig noch Häuser bauen, teure Autos kaufen und sich hingebungsvoll um die Vermehrung seines Vermögens kümmern? Besonders bemitleidenswert sind Menschen, die erst gegen Ende ihres Lebens bemerken, dass sie gar nicht gelebt haben. Jedenfalls nicht das, was man normalerweise unter Leben versteht. Statt dessen blieb für sie bis in’s reife Alter alles beim “Alten”. Je nach Charakter und persönlichen Vorlieben, ist ihr Leben ein ständiger Wettbewerb. Ob beruflich oder privat, sie kämpfen um ihr vermeintliches Wohlergehen an allen Fronten. Selbst in Freunden können manche dieser Zeitgenossen “Feinde” erkennen, weshalb sie oft einsam sind, ohne es sich selbst eingestehen zu können. Einsam scheint auch Pornoproduzent Harry S. Morgan verstorben zu sein. Vergangenen Samstag wurde er von einem Kameramann in seiner Wohnung tot aufgefunden. Michael Schey, wie der angebliche Entdecker des einstigen Pornostars Gina Wild mit bürgerlichen Namen hieß, war so ein ständiger Kämpfer gegen andere und sich selbst. Ich kannte ihn persönlich und führte mit ihm eine Zeit lang – meinerseits unvoreingenommen – Gespräche. Von seinen Mitarbeitern und “Freunden” wurde ich früh vor ihm gewarnt. Wie sich wenig später herausstellen sollte, hatten diese geschwätzigen Denunzianten zwar recht, was das linke Verhalten ihres Oberpornomachers betrifft, doch sie selbst sind es, die heute offiziell um ihn “trauern”. Um beruflich oder privat keine Nachteile befürchten zu müssen, verhielten sie sich ihm gegenüber alles andere als böse. Einer lächelte dem anderen zu, dabei hätte jeder jedem Gift geben können. Jetzt wird, wie so üblich wenn jemand zu Grabe getragen wird, getrauert. Ihr Lieben, der Harry kann nach seinem Tod euch nichts mehr antun, ihr könnt also auch wieder Lächeln ohne zu lügen.
Ich kann nicht sagen, dass mich der Tod des Pornofilmers betroffen macht. Ich hatte mich sehr bald von ihm entfernt gehabt, weil für mich Gespräche aus “diplomatischen” oder taktischen Gründen wertlos sind und zu Tode langweilen. Anders als einige seiner damaligen Mitarbeiter und Freunde, habe ich diesen Menschen nie gehasst. Er hat es vielen leicht gemacht, ihn, den Mann, der eventuell seinen Lebenslauf dreister geschönt hatte wie sie selbst, nicht leiden zu können. Er schmückte sich vielleicht öfter als sie mit fremden Federn. Kann gut sein, dass er dem ein oder anderen auch Ideen klaute und sie als seine “verkaufte”. Um sich hierüber und mehr zu nicht weiter zu ärgern, “schaltet” man einfach wie im Fernsehen auf ein anderes Programm. So machte ich das damals und wendete mich netteren Gesprächspartnern zu. Ach ja, da fällt mir noch ein, dass Porno-Harry gewiss seinen Anteil an meiner Kündigung damals hatte. Jetzt wurde ihm halt fristlos von der Natur gekündigt, ganz so wie das ein jeder von uns mal erleben wird.
Mach’s gut, Harry, wo auch immer Du gerade bist. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder in einer Welt, in der es keine Profilneurosen gibt, und in der sich alle einfach nur lieben. Wer weiß das schon…
Und ihnen, liebe Leser und Leserinnen, wünsche ich, dass sie es gegenüber Kollegen, Bekannten und Freunden besser als Harry und seine Clique machen. Schließlich ist auch das Leben unter echten Freunden ein wichtiger Teil des Lebens.
Herzlichst Ihr
Schmuddel-Reporter Fritz
Schmuddel-Reporters SUPERTIPP!

